Kriminelle Genossenschaft aus Drochtersen

Veröffentlicht:

Sonntag, 25.02.2024
von Die Redaktion

In einer großangelegten Razzia, die sich über Deutschland, Polen und Spanien erstreckte, haben Ermittler 30 Standorte durchkämmt, um einem mutmaßlichen Millionenbetrug auf die Spur zu kommen. Im Fokus steht eine Genossenschaft in Drochtersen, die anscheinend von zwölf Verdächtigen, die der organisierten Kriminalität zugeordnet werden, um etwa sechs Millionen Euro erleichtert wurde. Dieser Betrug betrifft rund 4.000 Mitglieder der Genossenschaft sowie deren spanische Tochtergesellschaft. Die Durchsuchungen fanden unter anderem in Stade und Neu Wulmstorf in Niedersachsen, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, in der polnischen Stadt Lodz sowie in Barcelona und auf Mallorca statt.

Ein Haftbefehl wurde bereits gegen einen der Verdächtigen vollstreckt, wobei dem Hauptverdächtigen schwerwiegende Untreue zur Last gelegt wird. Die anderen Beteiligten sollen in die Geldwäsche des veruntreuten Kapitals involviert sein. Die Ermittlungen, die bereits seit 2020 laufen, deuten darauf hin, dass die Gruppe hochprofessionell und international vernetzt agierte und dabei kommerzielle Strukturen nutzte, um Genossenschaftsgelder abzuzweigen.

Einzelne Beschuldigte sollen mit dem ergaunerten Geld in Immobilien und Luxusartikel investiert haben, darunter hochpreisige Autos. Diese Aktionen werfen erneut ein Schlaglicht auf das Phänomen der sogenannten Clankriminalität, ein Begriff, der in der öffentlichen Debatte und unter Experten kontrovers diskutiert wird. Kritiker bemängeln, dass die Kategorisierung nach familiären oder ethnischen Zugehörigkeiten zu Vorverurteilungen führen kann und plädieren für eine differenziertere Betrachtungsweise, die Begriffe wie „organisierte Kriminalität“ bevorzugt.