Anscheinsbeweis der Unfallverursachung gegen alkoholisierten Fahrer

Veröffentlicht:

Freitag, 09.02.2024
von Die Redaktion

In einer aktuellen Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt wurde einer Fußgängerin, die bei einem Unfall schwer verletzt wurde, ein Schmerzensgeld von 52.500 Euro zugesprochen. Der Unfall ereignete sich, als der alkoholisierte Fahrer, mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,96 Promille, die Frau erfasste, während sie die Straße überquerte. Das Gericht erkannte auf eine überwiegende Verantwortung des Fahrers aufgrund seines Alkoholkonsums und einer dadurch bedingten Missachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt. Trotzdem wurde der Klägerin ein Mitverschulden von 25% angerechnet, da sie die Straße betrat, ohne den Verkehr ausreichend zu beachten. Das Urteil unterstreicht die schwere Fahrlässigkeit des Fahrens unter Alkoholeinfluss und die daraus resultierenden rechtlichen Konsequenzen, wobei das Schmerzensgeld die Schwere der Verletzungen und das daraus resultierende Leid berücksichtigt. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig und kann beim Bundesgerichtshof angefochten werden.

Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 25.1.2024, Az. 26 U 11/23

(vorausgehend Landgericht Gießen, Urteil vom 2.3.2023, Az. 5 O 526/20)