WM-Vergabe ging wegen Platini nach Katar, kritisiert Blatter

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Dienstag, 08.11.2022
von Redaktion

Unter der Präsidentenschaft Joseph Blatters wurde die Fußball-Weltmeisterschaft an Katar vergeben. Nun kritisierte der Schweizer diese Entscheidung erneut. Katar sei „ein zu kleines Land – der Fußball und die Weltmeisterschaft sind zu groß dafür“, sagte der 86-Jährige dem Schweizer Tages-Anzeiger. „Die Vergabe an Katar war ein Irrtum. Und dafür trug ich als damaliger Präsident die Verantwortung“, so der Schweizer weiter. „Jetzt, da die WM unmittelbar bevorsteht, bin ich froh, dass bis auf wenige Ausnahmen keine Fußballer die WM boykottieren.“

Katar gilt als umstritten, unter anderem wegen seiner Menschenrechtslage, der Behandlung ausländischer Arbeitskräfte und der fehlenden Rechte der Frauen. Die Weltmeisterschaft wird am 20. November beginnen und am 18. Dezember enden. Blatter selbst hat angekündigt, nicht in das Emirat zu reisen. Er stand der FIFA von 1998 bis 2016 vor. Im Jahr 2015 wurde er von der Ethikkommission ausgeschlossen. 2016 wurde Gianni Infantino sein Nachfolger.

Blatter hatte die Entscheidung für Katar wiederholt kritisiert und betont, dass er bei der Abstimmung 2010 für die USA gestimmt habe. Er macht den damaligen UEFA-Präsidenten Michel Platini für den überraschenden Zuschlag an Katar verantwortlich. Eine Woche vor dem FIFA-Kongress 2010 habe Platini ihn angerufen, sagte er, und gemeint, dass der gemeinsame Plan nicht mehr funktionieren würde. Der Chef der Europäischen Fußball-Union habe sich von Nicolas Sarkozy, dem damals amtierenden französischen Präsidenten, unter Druck setzen lassen. „Dank der vier Stimmen Platinis mit seinen Leuten ging die WM nach Katar statt in die USA. Das ist die Wahrheit.“